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Name der Veranstaltung :

7 Operellen - abkürzungen und beschleunigungen

Datum : 24.03.2007 - 29.03.2007
Veranstalter : sireneOperntheaterWien
Ort : 1140 Wien
Lokalität : Jugendstiltheater am Steinhof
Adresse : Baumgartner Höhe 1
Telefon : 0681 102 120 36
Eintritt :
Beschreibung : Kurzopern von

Barbara Frischmuth / Ulrich Küchl Günter Rupp / Jury Everhartz Daniel Glattauer / Johanna Doderer Kristine Tornquist / René Clemencic Johannes Schrettle / Hannes Raffaseder Händl Klaus / Klaus Lang Antonio Fian / Herwig Reiter

Koproduktion von sireneOperntheater, Tiroler Landestheater und Jugendstiltheater Wien

Nach dem großen Interesse, das die Uraufführung der Operellen – millimeterkrisen und miniaturkatastrophen am Tiroler Landestheater und im Wiener Jugendstiltheater 2004 nicht nur bei Presse und Publikum, sondern vor allem auch bei Autoren und Komponisten hervorgerufen hat, wird in dieser Saison die Serie der Kurzopern fortgesetzt.

Wieder schreiben 7 Autoren und 7 Komponisten aus Österreich 7 Operellen, diesmal unter dem neuen Untertitel „abkürzungen und beschleunigungen“.

Die Figurenkonstellation ist in allen 7 Operellen gleich: Mann-im-Mond, Astronaut, Briefträger, Köchin und Galileo Galilei werden die Bühne bevölkern. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Wenn man es eilig hat, muß man übertreiben. Kürze zwingt zur Pointiertheit, entfacht im Kopf des Lesers, Hörers, des Zuschauers ein Feuerwerk an Assoziationen und Fortsetzungen.

Was an Differenziertheit verlorengeht, wird an Geheimnis gewonnen. Die Miniatur stellt in Frage, schlägt eine Richtung ein, noch ohne ein Ziel dabei anzupeilen und bedient sich dabei der Eleganz der Andeutung ebenso wie der Frechheit der Behauptung. Tornquist

Das Tiroler Landestheater, die Wiener Gruppe sireneOperntheater und das Jugendstiltheater Wien bringt in die Uraufführung dieser 7 Kurzopern in Koproduktion heraus. Für die musikalische Umsetzung im Orchstestergraben sorgt das Tiroler Ensemble für Neue Musik unter dem Dirigat von Leif Klinkhardt, auf der Bühne wird das Ensemble des Tiroler Landestheaters stehen. Künstlerische und dramaturgische Leitung hat das sireneOperntheater übernommen.

Wenn Autoren heute an Reisen durch das All denken, scheint nicht allzuviel Spielraum für ein unbekümmertes Ende. Die fünf Figuren, die alle sieben Operellen miteinander verbinden - Köchin, Briefträger, Astronaut, Galileio Galilei und der Mann im Mond - haben es nicht leicht. Zwischen Erde und Mond passen am besten missglückte Träume, beiläufige Untergänge und witzige Morde.

Die Zeiten der Eroberer sind vorbei. Eingriffe ins Unbekannte, das haben Autoren in den letzten 30 Jahren gelernt, sind gefährlich und ein Gleichgewicht ist schnell unbedacht gestört.

Blinde Neugier, Ursprung der Wissenschaft, bringt Unheil. So lässt der Dramolettspezialist Antonio Fian in seinem von Herwig Reiter kongenial witzig vertonten „Tod auf dem Mond“ nur eine einzige Figur die grosse Mondexpedition überleben.

In „Monduntergang“ reisst Galileis wissenschaftliche Neugier gar Mond und Erde in den Untergang - René Clemencics Vertonung von Kristine Tornquists skurril-düsterer Geschichte lässt Klänge in einer ursprünglichen Magie sphärisch wirken - zwischen Liturgie und Angriff aus dem Weltall.

Blinde Sehnsucht wird auch nicht erfüllt. Das führen einerseits der junge Grazer Dramatiker Johannes Schrettle und der oberösterreichische Komponist Hannes Raffaseder in der Operelle „Play it like Rosie“ vor, die 20 Jahre auf 15 Minuten verkürzt und sich dem Thema unerfüllter Sehnsucht mit Versatzstücken aus Kitschromanen und Popmusik nähert, aber doch eine ganz eigene Konzentration entwickelt.

Das Motiv findet sich auch in den virtuellen Begegnungen im Neusprech des Cyberspace, in denen Daniel Glattauer seine Protgonisten boshaft gerade das finden lässt, wonach sie nicht gesucht haben - „Falsch verbunden“, von Johanna Doderer in raffiniert verschachtelte Rhythmen gesetzt.

Wohl denen, die so langsam und behutsam zu Werke gehen, dass sie sich in den Vorbereitungen erschöpfen. Händl Klaus und Klaus Lang haben zusammen ein subtiles und verdichtetes Stück geschaffen: „vom mond“ gibt mit schwebenden Klängen und feinen Zwischentönen dem Ungewissen Raum - unfassbar ist die Verzauberung und der Bann unter dem Einfluss des fernen Himmelskörpers.

Wirklich sicher erscheint man nur in der Küche, wo Träume, Surreales und Reales zu geniessbaren Happen verkocht werden, wo All, Abenteuer und Ferne als Phantasien des Geistes viel leichter verdaulich sind.

So kocht Barbara Frischmuth in „Mirabellenkompott oder Mostbirnenmus“ dem Mann im Mond seine Lieblingsspeise und entwickelt rundum ein recht weltliches Treiben, das Ulrich Küchl gekonnt und humorvoll vertont hat.

Und aus Günter Rupps Parabel „Fröhliche Wissenschaft“ hat Jury Everhartz ein rasantes Spiel mit verbeultem Witz gemacht, in dem alles um einen Küchentopf kreist, dessen Geheimnis erst der Mann im Mond lüftet.

Und die Moral von der Geschichte: wo gekocht wird, dort ist manchmal Ende gut, alles gut.

Musikalische Leitung: Leif Klinkhardt Regie: Kristine Tornquist Bühne und Kostüme: Julia Libiseller

Premiere 24. März, 25. März, 26. März, 28. März, 29. März, jeweils 20 Uhr Kartenreservierung unter 0681 102 120 36 oder sirene@sirene.at



Weiterführende Links:
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