|
:: Sie sind in der Kategorie: Bühne - Wien // Sie sehen ein vergangenes Event |
|
|

Sie sind in der Kategorie:
Bühne - Wien // Sie sehen ein vergangenes Event » Hier
gehts weiter
|
|
Name der Veranstaltung
: |
Tanzcafé Treblinka
|
|
Datum
: |
27.01.2010 - 04.02.2010 |
Mit anderen teilen
|
Veranstalter : |
Theater Nestroyhof Hamakom / Transit |
|
Ort : |
1020 Wien |
|
Lokalität : |
Theater Nestroyhof Hamakom |
|
Adresse : |
Nestroyplatz 1 |
|
Telefon : |
+43 1 8900 314 |
|
Eintritt : |
Vollpreis: 18 € Ermäßigt: 12 € |
|
Beschreibung
: |
Von Werner Kofler
Eine Produktion von Theater Nestroyhof Hamakom
mit Erni Mangold
Inszenierung Frederic Lion
Zwei Männer, die keine Zuweisung in diesem Zusammensein haben. Zwei Selbstgespräche, die sich ineinander verketten.
Zwei Orte, die minimalistisch und raumlos sind.
In Tanzcafé Treblinka ist nichts ohne hypothetisch geordnete Unordnung.
Das reversible Nebeneinander der Seinswelten, die sprach-musikalische Wiederholung der Worte oder die akribische Schichtung der Ereignisse: das sind Werner Koflers Werkzeuge für einen Text über die alten Verbrechen in neuen Spielformen, für einen Text, für den er die Begebenheiten kaum erfinden muss.
Es gibt den Kriegsverbrecher, der nach dem Krieg ungestraft bleibt und jahrelang das Tanzcafé Lerch in Klagenfurt betreibt; es gibt die Beachvolleybal-Weltmeisterschaft, die die Köpfe besetzt und riesige öffentliche Gelder verschlingt.
Das eingebildete Nichtgewussthaben und das beschränkte Nichtwissenwollen treffen in der Form eines älteren und eines jüngeren Mannes zusammen.
Der Ältere doziert mit einer widerlichen Genauigkeit über die Heldentaten während der Einsätze für den Führer und über die Einzelheiten der Vernichtungslager.
Er schwärmt erhaben lächelnd über die ‚genussvollen Abende in einer entbehrungsreichen Zeit‘. Die darauf folgende Rede des Jüngeren bezeugt das starrköpfige Desinteresse und die ignorante Verachtung, die er dieser Vergangenheit entgegenbringt.
Er beschwört stumpfsinnig-aufmüpfig die heiligen Events seiner dynamischen Generation; Er repetiert gleichsam die Codes eines hysterisierten Vergnügungssystems und einer kanalisierenden Ablenkungsmaschinerie.
Tanzcafé Treblinka liest sich wie eine Lektion in Geschichte. Werner Kofler kommt aber ohne narrative Psychologie aus, er muss keine Geschichten erzählen.
Er unterlegt vielmehr das Dokumentarische mit zwei Kunstfiguren und ihren komplementären Denkhaltungen, von denen man sich nicht so einfach distanzieren kann.
Es wäre zu einfach, die beiden als den ‚Ewiggestrigen‘ und den ‚Jung-Nazi‘ zu bezeichnen; sie stehen eher für einen ambivalenten Umgang mit Sprache in Bezug auf Geschichte.
Die subtil-lächerlichen Verschiebungen und das Umdeuten historischer Fakten finden sich auch im Kulturteil angesehener Zeitungen und erinnern an salonfähige Sprachhaltungen.
Auch das emotional herausgeschrieene ‚Genug‘ weist auf die immer noch existierende Ratlosigkeit in der Auseinandersetzung mit belasteter Vergangenheit.
Tickets:
T: +43 1 8900314
Weitere Termine:
27. Jänner - 30. Jänner 2010
02. Februar - 04. Februar 2010
|
|

|