Wo der Hip Hop hinfällt

Im internationalen Vergleich kommt Österreich in Sachen Hip Hop immer noch etwas schüchtern rüber. Trotz einiger großer Namen wie Nazar, Chakuza und Co. gehen die Blicke meist immer noch zum großen Nachbarn hinüber oder gar über den großen Teich in die USA.

Auch in Veranstaltungsbelangen war der Hip Hop im Vergleich zum Rock-, Metal- und Electrogenre bislang unterrepräsentiert. In den letzten Jahren wird jedoch hart daran gearbeitet, diesem Umstand ein Ende zu setzen.

Neben vielen Einzelkonzerten versucht der deutsch/österreichische Veranstalter Arcadia Live dem Hip Hop in Österreich eine Heimat in entsprechendem Ausmaß zu geben, diese nennt sich Hip Hop Open Austria (http://www.hiphop-news.at/konzerte/previews/hiphop-open-austria-die-dritte/). Was schon mit Formaten wie Urban Art Forms und dieses Jahr dem neugeschaffenen Drum’n’Basss Festival Nu Forms für den elektronischen Bereich gelungen ist, soll nun auch für die modernen Sprachakrobaten funktionieren.

Im dritten Jahr hat sich das Hip Hop Open Austria von einer eintägigen Veranstaltung in der Wiener Arena zu einem zweitägigen Festival auf dem legendärsten Festivalgelände des Landes, dem Festivalgelände Wiesen, gemausert. Mit einem in nationaler wie auch internationaler Hinsicht stark besetztem Line-Up ist der Event am besten Weg, sich einen fixen Platz in der heimischen Musik- und Fesitvalszene zu sichern.

Audience with hands in the air at a music festival

Gute Stimmung ist auf Festivals garantiert

Ein Festival, das zwei Tage, zwei Bühnen und 32 Acts – und eine ganze Reihe Workshops und Side Events – umfasst wird diesem Genre, das sich seit seinen Anfängen in den 70er-Jahren zum Platzhirsch der kommerziellen Musik gewandelt hat, endlich gerecht.

Kaum zehn Radiominuten vergehen ohne ein Lied mit starkem – wenn auch für Oldschool Liebhaber der Musik oftmals verwaschenen – Hip Hop Einfluss. Auch wenn man einige der heutigen Mainstream-Songs nicht direkt dem Hip Hop zuordnen würde, so darf man nicht die Drahtzieher im Hintergrund vergessen. Alleine Kanye West und Jay-Z haben gefühlt bei jedem dritten Album der aktuellen Charts in irgendeiner Form ihre Finger im Spiel. Und auch unter den heimischen Künstlern wurde der Hip Hop in der näheren Vergangenheit von Jahr zu Jahr präsenter.

Dass das Hip Hop Open Austria nun in Wiesen einen neuen Austragungsort gefunden hat, stimmt zuversichtlich, dass sich das Festival über die nächsten Jahre hinweg weiter im heimischen Veranstaltungssektor etablieren kann. Schließlich neigen Wiesen-Festivals dazu nach einigen Jahren einen gewissen Legendenstatus inne zu haben.

Man denke etwa an das Sunsplash, das Forestglade oder etwa das Two Days A Week. Auch wenn diese Festivals mittlerweile nicht mehr in Wiesen stattfinden – bzw. das Forestglade gar nicht mehr veranstaltet wird – sind ihre Namen fest in den Köpfen der Musikliebhaber des Landes verankert.

Das ist mit Sicherheit auch auf das Festivalgelände in Wiesen zurückzuführen. Das einzigartige Zelt, das die Bühne beherbergt, umgeben von Wiesen und Wäldern, die gesäumt sind von Campingzelten, die großzügige Gastrohalle, die überschaubare Zuschauermenge: Wiesen hat eben einen ganz eigenen Charme und ist somit fruchtbarer Boden für jedes Genre, egal ob Rock, Metal, Drum’n’Bass oder ab jetzt eben auch Hip Hop.

Doch mit dem Hip Hop Open Austria ist die heimische Hip Hop Festival Saison nicht am Ende. Am 3. September findet in Graz das Nuke Festival (https://www.music-news.at/upcoming/festivals/nuke-2016-21-acts-sorgen-fuer-festivalstimmung/) statt, das musikalisch breite Wege einschlägt. Da gibt es nicht nur Pop, Electro und Rock, sondern einen ganze Haufen Hip Hop Acts aus nah und fern.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *